Plötzlicher Kindstod (SIDS)
Plötzlicher Kindstod (SIDS), was ist das?
Der Plötzliche Kindstod bzw. Plötzliche Säuglingstod (Sudden Infant Death Syndrome; SIDS) ist der plötzliche und unerwartete Tod eines zuvor normal und gesund erscheinenden Säuglings. SIDS tritt im Schlaf während des ersten Lebensjahrs auf. Die genaue Diagnose ist nur durch eine Obduktion möglich. Die Ursachen des plötzlichen Kindstods sind bis heute nicht vollständig geklärt.
Wie häufig kommt es zum Plötzlichen Kindstod?
Glücklicherweise ist SIDS ein eher seltenes Ereignis (0,53 Todesfälle pro 1000 Lebendgeborene in Deutschland 2003). Dennoch ist es die häufigste Todesursache von Kindern im ersten Lebensjahr.
Jahrelange intensive Untersuchungen des Plötzlichen Kindsstodes (SIDS) haben gezeigt, dass einige mögliche Ursachen durch einfache Maßnahmen im häuslichen Bereich beseitigt werden können. Sie können deshalb viel selbst tun, damit Ihr Kind während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr gesund aufwächst.
Wie kann ich das SIDS-Risiko reduzieren?
Ein paar einfache Maßnahmen im häußlichen Bereich können helfen, das Risiko für ein Baby auf ein Minimum zu reduzieren. Die folgenden Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt und haben sich in der Praxis bewährt:
Rückenlage
Das Baby sollte vom ersten Tag an nur in Rückenlage schlafen. Dies ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme für einen sicheren Schlaf des Babys.
Um zu verhindern, dass sich das Baby in der Nacht von selbst auf den Bauch dreht, empfiehlt es sich, das Baby in einem Pucktuch oder Pucksack einzupucken.
In der Rückenlage besteht keine Gefahr, dass das Kind erstickt. Kinder, die in Bauch- oder Seitenlage schlafen gelegt werden, haben ein erhöhtes Risiko für SIDS. Während das Kind wach ist, sollte die Bauchlage jedoch gefördert werden. Dies ist vor allem für eine gute motorische Entwicklung und die Vermeidung von Fehlbildungen des Schädels (Flachschädel) wichtig. Daher ist auch zu empfehlen, das Baby bei der Flaschenfütterung oder beim Stillen, abwechselnd links und rechts zu halten. Auch beim Schlafen sollte der Kopf des Säuglings von Anfang an abwechselnd nach links oder nach rechts gelegt werden. Dazu kann zum Beispiel kann auch ein Spielzeug abwechselnd rechts oder links aufgehängt werden.
Rauchfrei
Das Rauchen während der Schwangerschaft und nach der Geburt erhöht das Risiko für viele Erkrankungen auch für den Plötzlichen Kindstod. In der Wohnung sollte auf das Rauchen komplett verzichtet werden insbesondere bei Anwesenheit des Babys.
Rauchen ist neben der Bauchlage der größte Risikofaktor für den Plötzlichen Säuglingstod, was sich in fast allen Studien zu SIDS erwiesen hat. Natürlich ist eine rauchfreie Umgebung für die Gesundheit des Kindes auch aus vielen anderen Gründen dringend anzuraten.
Stillen
Wenn möglich, sollte das Baby mindestens 6 Monate lang gestillt werden. Das stärkt den Organismus und das Immunsystem des Kindes. Es ist wissenschaftlich unumstritten, dass Stillen für Mutter und Kind eine Vielzahl positiver Effekte hat.
Für Kinder, die regelmäßig einen Schnuller benutzen, scheint dieser eine risikomindernde Wirkung zu haben. Nimmt das Kind einen Schnuller, so sollte es diesen zu jedem Schlaf bekommen. Die grundsätzliche Empfehlung eines Schnuller ist derzeit jedoch noch umstritten.
Nicht mit im Elternbett schlafen
Im ersten Jahr sollte das Baby grundsätzlich im Schlafzimmer der Eltern und in einem eigenen Bett schlafen.
Das Schlafen der Kinder im eigenen Bett im Zimmer der Eltern reduziert das Risiko für SIDS. Man vermutet, dass Kinder durch die Schlafgeräusche der Eltern in der eigenen Atmung angeregt werden. Die Kinderbettmatratze sollte möglichst fest sein, damit das Kind nicht darin versinken kann. Das Schlafen im Bett der Eltern erhöht das Risiko für SIDS insbesondere für Babys und Neugeborene. Die Matratzen der Elternbetten sind in der Regel weicher und die Decken können zu Überwärmung oder Überdecken des Kindes führen.
Für viele Mütter ist es angenehmer, das Kind nachts zum Stillen ins Bett zu holen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Die Kinder sollten jedoch nach dem Stillen wieder in ihr eigenes Bett gelegt werden. Gemeinsames Schlafen auf dem Sofa scheint ein besonders hohes Risiko darzustellen und sollte daher vermieden werden.
Schlaf- oder besser Pucksack
Achten Sie immer darauf, dass Ihr Kind nicht unter Kissen, Nestchen, Decken oder Kuscheltieren ersticken kann. Immer wieder werden Kinder, die an SIDS verstarben, mit einer Decke oder einem Kissen über dem Kopf aufgefunden. Dieses Risiko lässt sich durch Verwendung eines Schlafsacks oder besser Pucksack wirksam vermeiden.
Babyschlafsäckche sind sicherer als Decken, da sie sich nicht wegstrampeln oder über den Kopf ziehen lassen. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass der Schlafsack nicht zu groß und die Halsöffnung nicht größer als der Kopfumfang ist. Noch besser als Schlafsäcke eignen sich Pucksäcke insbesondere für Neugeborene, da die Kinder beim "Pucken" besser auf dem Rücken schlafen können. Daher wird Pucken von vielen Ärzten und Hebammen empfohlen.
Raumtemperatur unter 19° C
Das Schlafzimmer sollte auch im Winter nicht wärmer als ca. 19° C sein. Wenn das Kind im Nacken schwitzt, ist die Umgebung zu warm.
Eine angemessene Zimmertemperatur zusammen mit der Verwendung eines Schlaf- oder Pucksacks kann das Kind vor Überwärmung und vor dem Frieren schützen. Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und ist deshalb gerade bei Atemwegsinfekten besonders ungünstig. Selbstverständlich sollen die Kinder nicht frieren. Wenn Sie mit der Hand die Hauttemperatur im Nacken bzw. zwischen den Schulterblättern des Kindes überprüfen, sollte diese warm und trocken (nicht schwitzig) sein. Im Sommer sind weder Klimaanlagen noch Ventilatoren nötig, um die Zimmertemperatur auf 19 °C abzusenken. Es genügt, die Kinder entsprechend leicht zu kleiden. Ist das Kind in einen Pucksack eingepuckt, genügt meist ein Strampler.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Martina Reuss
Einen sehr interessanten Artikel zum Thema SIDS finden Sie auch auf:
http://www.ideen-rund-ums-kind.de/sids-de.html






