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Bisphenol A

Ist die Gesundheit meines Kindes akut bedroht?


Nein, es besteht kein Grund zur Panik. Allerdings trägt die Belastung mit Bisphenol A in Schnullern zur Gesamtbelastung mit hormonell aktiven Schadstoffen bei. Bisphenol A hat eine  östrogenartige Wirkung, ähnelt also den weiblichen Sexualhormonen. Mit hormonartigen Stoffen werden viele Krankheiten, die oft erst nach vielen Jahren auftreten, in Verbindung gebracht. Dazu gehören z.B. Unfruchtbarkeit, Brustkrebs oder die Schädigung der Gehirnentwicklung. Deswegen sollte man die Gesamtbelastung mit hormonartigen Schadstoffen so gering wie möglich halten.


Worauf muss ich beim Schnullerkauf achten?


Wir empfehlen, Schnuller zu bevorzugen, deren Schilde nicht aus Polycarbonat bestehen. Dieser Kunststoff wird aus Bisphenol A hergestellt. Unsere Schnuller von Hevea sind aus 100% Latex und somit frei von Bisphenol A und anderen Schadstoffen.


Was passiert beim Sterilisieren des Schnullers?


Durch Erhitzen löst sich Bisphenol A wesentlich leichter aus dem Polycarbonat. Das von den Herstellern vor dem Einsatz empfohlene Auskochen der Schnuller hat in diversen Versuchen zu einer Erhöhung der BPA-Werte um ein Vielfaches geführt. Daher sollte man beim Einkauf nach Schnullern fragen, die explizit damit werben, "Bisphenol-A-frei" zu sein.


Gibt es genaue Angaben zur Gesundheitsbelastung?


Neue Testergebnisse von handelsüblichen Babyschnullern, die Bisphenol A (BPA) enthalten, haben ergeben, dass die hormonell wirksame Chemikalie in den Speichel der Babys übergehen kann. Bei sogenannten Eluatuntersuchungen wurde versucht nachzuweisen, wie viel Bisphenol A beim Gebrauch der Sauger gelöst ("Migration") werden kann, indem die Schnuller mit "künstlichem Speichel" über einen definierten Zeitraum in Kontakt gebracht wurden. Bei fünf von sechs untersuchten Proben konnte gezeigt werden, dass Bisphenol A von den Saugern gelöst werden kann und in den "künstlichen Speichel" übergeht. Das von den Herstellern vor dem Einsatz empfohlene Auskochen der Schnuller hat in den Versuchen sogar zu einer Erhöhung der BPA-Werte um ein Vielfaches geführt.

Diese neuen Testergebnisse zeigen, dass allein ein kurzer Kontakt der Schnuller mit einer speichelähnlichen Flüssigkeit zur Freisetzung relevanter Mengen dieser hormonell wirksamen Chemikalie führt. Der Verdacht, dass von Bisphenol-A-haltigen Schnullern eine Gefährdung für Säuglinge und Kleinkinder ausgeht, hat sich somit bestätigt.


Gibt es einen Grenzwert für die BPA-Aufnahme?


Es gibt einen TDI-Wert der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). TDI steht für "tolerable daily intake" und bezeichnet die tolerierbare Menge eines Wirkstoffs, die für einen Menschen bei lebenslanger täglicher Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich gilt. Der TDI-Wert macht jedoch lediglich eine Aussage darüber, wie groß die insgesamt vom Menschen täglich aufgenommene Substanzmenge sein darf, damit keine gesundheitliche Gefährdung vorliegt. Neben den Schnullern müssten also auch mögliche weitere Bisphenol-A-Quellen miteinbezogen werden, zum Beispiel die tägliche Aufnahme des Schadstoffes über die Nahrung oder das Trinkwasser. Der TDI-Wert der EFSA ist 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Der BUND hält – in Übereinstimmung mit zahlreichen Wissenschaftlern – diesen Wert für wesentlich zu hoch. Gerade Kinder reagieren besonders sensibel auf hormonartige Schadstoffe, da sie sich noch in der Entwicklung befinden und bereits geringe Mengen an Bisphenol A möglicherweise zu Langzeitschäden führen können.